Anlage von Bejagungsschneisen und Biodiversitätsstreifen

Blühstreifen im SommerBild vergrößern

Um Schwarzwildbestände besser regulieren zu können, ist hinsichtlich des förderrechtlichen Aspekts, die Anlage von Bejagungsschneisen erleichtert worden. Dieses gilt auch für die Anlage von Biodiversitätsstreifen. Die Cross-Compliance-Regelung zur Begrünung von Bracheflächen ab dem 1. Januar und des Umbruchverbots in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni gelten bei dieser Regelung nicht, sofern diese Schneisen und Teilflächen zur Biodiversität oder zur Regulierung von Schwarzwildbeständen beitragen.

Diese Blüh- und Bejagungsschneisen müssen Teil einer ansonsten einheitlich bewirtschafteten Ackerfläche sein und können im Zusammenhang mit der Hauptkultur, als begrünter Streifen beispielsweise schon bei der Aussaat von Mais angelegt werden. Sie können nur auf bewirtschafteten Ackerflächen angelegt werden, Dauergrünland oder Bracheflächen sind ausgenommen. Sie müssen zum Schlag gehören und können innerhalb oder am Rande des Schlages angelegt werden. Diese Steifen und Teilflächen dürfen nur einen untergeordneten Anteil am Schlag ausmachen, es gilt als Richtwert ein maximaler Flächenanteil von 20 Prozent. Der Umfang, also Länge und Breite, muss sinnvoll, funktionell und ortsüblich sein. Ökologische Vorrangflächen sind jedoch von diesen Regelungen ausgenommen. Die Blüh- und Bejagungsschneisen können nicht als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden.

Diese Flächenteile können gezielt begrünt oder einer Selbstbegrünung überlassen werden. Eine Begrünung, beispielsweise mit Blühpflanzen, kann im Zusammenhang mit der Aussaat erfolgen oder auch nachträglich vorgenommen werden. Diese Schneisen werden nach Räumung der Hauptkultur wieder im Rahmen der Bestellung mit einer Folgefrucht in die normale Bewirtschaftung übernommen. Im Rahmen der geförderten Flächenprämien sowie der Agrarumweltmaßnahmen gelten diese Flächen als einheitlich bewirtschaftet.

Diese Schneisen müssen nicht als gesonderte Fläche im Rahmen der Antragstellung im Flächenverzeichnis aufgeführt werden. Jedoch muss der zuständigen Kreisstelle eine Mitteilung über die betreffenden Flächen, auf denen diese Streifen und Teilflächen angelegt wurden, gemacht werden. Hierfür ist im Internetangebot der Landwirtschaftskammer ein entsprechendes Formblatt hinterlegt worden, dass die Angaben zum Feldblock und zum Schlag abfragt. Dieses Formblatt kann auch im Nachgang zur Antragstellung bei der Kreisstelle eingereicht werden.

Meldungen zur Ausweisung von Bejagungsschneisen oder Biodiversitätsstreifen sind nicht mehr zulässig, wenn eine Vor-Ort-Kontrolle dem Antragsteller bekanntgegeben wurde oder im Rahmen einer Vor-Ort-Kontrolle oder Verwaltungskontrolle auf den betroffenen Antragsparzellen ein Verstoß festgestellt wurde. Eine Einbeziehung der Streifen/Schneisen in die Überprüfung der Beihilfefähigkeit der Fläche, kann nur erfolgen, wenn diese vorher bekannt sind. Nicht gemeldete Schneisen/Streifen erhöhen das Risiko einer Aberkennung dieser Flächen.

Neben der geschilderten Regelung, gibt es weitere, bereits bestehende Möglichkeiten zur Anlage von artenreichen Blühstreifen und Bejagungsschneisen. Es ist möglich, beispielsweise in einem Maisschlag, den Mais auszusäen und zu einem späteren Zeitpunkt vorzeitig Streifen in den Mais zu schlegeln. In diesem Fall bleibt förderrechtlich, unter Berücksichtigung der sonstigen Voraussetzungen für den Prämienerhalt, die Hauptkultur Mais und es hat keinerlei Auswirkungen auf die flächenbasierten Prämienanträge. Eine gesonderte Angabe im Flächenverzeichnis oder in sonstigen Antragsunterlagen findet nicht statt.

Eine Anlage als ökologische Vorrangfläche ist als Streifen, beispielsweise als Feldrandstreifen, oder als Brachefläche möglich. So lassen sich Teilflächen und Streifen, die zur Biodiversität beitragen oder als Bejagungsschneisen dienen, auch zur Erfüllung der Greeningauflagen heranziehen. Zu beachten sind die für die ökologischen Vorrangflächen geltenden Regelungen, beispielsweise zur Begrünung oder der Mindestgröße von Bracheflächen. Bracheflächen sind mit dem Nutzartcode 591 zu beantragen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der gesonderten Förderung im Rahmen der Agrarumweltmaßnahme „Anlage von Blüh- und Schonstreifen“. Hierbei ist es nicht notwendig, dass Blüh- und Schonflächen auf jeweils denselben Flächen des Betriebs verbleiben, sondern sie können jährlich wechseln. Bezüglich der Einsaat sind bestimmte Saatgutmischungen vorgeschrieben und der Antragsteller verpflichtet sich für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Anlage von Blühstreifen. Diese Blühstreifen müssen mit einem gesonderten Nutzungscode beantragt werden. Diese Blühstreifen können darüber hinaus auch als ökologische Vorrangflächen anerkannt werden, es kommt dann aber zu einer Prämienanrechnung in der Agrarumweltmaßnahme.

Autor: Roger Michalczyk